Herr KARL
Fritz Scheuermann interpretiert Qualtingers Klassiker neu
Fritz Scheuermann und Josef Mittermayer interpretieren Qualtingers Klassiker neu
Viele Zuschauer kennen Fritz Scheuermann aus Kabarett- und Theaterprogrammen oder aus TV-Serien wie Ro- senheim-Cops oder „Dahoam is Dahoam“, immer wieder gibt er vielfarbigen Charak- teren auch in Spiel lmen ein Gesicht und haucht ihnen Seele ein.
Unter der Regie von Marlene Beck spielt er den Herrn Karl, Helmut Qualtingers legendäre Wiener Kanaille.
Der „Herr Karl“ erzählt einem „jungen Menschen“, dem Zuschauer, seine Lebensgeschichte, während er bei der Arbeit im Lager eines Feinkostgeschäftes sitzt. Dabei entpuppt sich der Erzähler zunehmend als opportunistischer Mitläufer aus dem klein- bürgerlichen Milieu, der sich im wechselhaf- ten Gang der österreichischen Geschichte vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ende der Besatzungszeit in den 1950er Jah- ren durchs Leben manövriert hat.
Der „Herr Karl“, wie er von Fritz Scheuermann interpre- tiert wird, ist eigentlich kein Grantler des altproletarischen Formates mehr, sondern ein behutsam an die heutige Zeit
angepasster Schlipsträger. Und damit sugge- riert dieser Karl den sich stets durchlavierenden Anzugträger mo- dernen Zuschnitts als Prototyp des immergültigen Spießers, sozusa- gen als Versuch
einer Verschiebung ins Heute. Josef Mittermayer ordnet in der Figur eines Requisiteurs, der die Bühne für den Herrn Karl berei- tet, den „Herrn Karl“ in die heu- tige Zeit ein, spannt einen Bogen
zwischen der Vergangenheit und heutigen Ereignissen und zeigt, dass manche Dinge sich leider seit jener Zeit nicht geän- dert haben.
Ein Stück, das aktueller ist denn je.


